In Zeiten des niedrigen Zinsniveaus, wie es bereits seit vielen Jahren vorherrscht, sehen sich Anleger zwangsläufig veranlasst, nach anderen Anlagen mit höheren Renditemöglichkeiten Ausschau zu halten. Im Zuge dessen stehen Alternative Investments hoch im Kurs.

Seit der Finanzkrise 2009 konnte die Branche ein außergewöhnliches Wachstum aufweisen. Der Anstieg belegt, dass die schwachen Renditen infolge der Niedrigzinsphase seit Beginn der Finanzkrise durch andere Anlagen mit höheren bzw. überdurchschnittlichen Renditen kompensiert wurden. Insbesondere das überproportionale Wachstum der Private Equity-Branche wurde maßgeblich durch das niedrige Zinsniveau bedingt.

Dieses betrifft im besonderen Maße Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen mit finanziellen Mitteln institutioneller Anleger. Investitionsziel sind dabei meist in Schieflage geratene Unternehmen, unterbewertete Unternehmen und sehr junge, innovative oder sich in Entwicklungsphasen befindliche Unternehmen des Mittelstandes. Die Absicht solcher Investitionen ist, die Unternehmen durch Umstrukturierungen wirtschaftlich attraktiver aufzustellen, um anschließend die Beteiligung gewinnbringend zu veräußern oder die Unternehmen an die Börse zu bringen.
Doch sind Private Equity Investments die Lösung für Anleger auf der Suche nach profitableren Investitionen und hohen Renditen für die Zukunft?

Großem Wachstum und hohen Renditen in wirtschaftlich starken Zeiten durch Private Equity-Investitionen stehen hohen Verlustrisiken durch wirtschaftlichen Abschwung aufgrund des überdurchschnittlichen Verschuldungsrisikos der Private Equity-Gesellschaften entgegen, deren Kapital für längere Zeit gebunden ist.

Seit nun mehr einigen Wochen häufen sich die Berichte darüber, dass der zyklische Höhepunkt der Private Equity-Branche bereits überschritten sei. Für die nahe Zukunft stellen sich Experten auf einen Abschwung mit weniger Transaktionen ein. Grund hierfür seien diverse Unsicherheiten politischer und wirtschaftlicher Art, wie beispielsweise durch den Brexit und globale Handelskonflikte sowie die Konjunkturflaute.

Die Private Equity-Gesellschaften sorgen mehr und mehr dafür, ihre gekauften Unternehmen für den Abschwung zu rüsten, indem zunehmend Rücksicht auf Kostenstrukturen (Fixkostenanteil) genommen wird und Ertragssteigerungs- und Kosteneinsparungsmaßnahmen genauer evaluiert werden. Anstatt neue Investitionen zu wagen, geht der Trend hin zur Aufrüstung von Unternehmen des Bestandes, denn die Absatzschwierigkeiten bei potenziellen Akquisitionen werden als zu hoch erachtet.

Die Preise für Unternehmen sind seit Jahren angestiegen. Dem entgegen steht die Abschwächung des Aktienmarktes, was viel Potential für Wertberichtigungen wie in der Finanzkrise 2009 eröffnet. Die Gefahr von sinkenden Renditen oder gar Verlusten wird damit immer realistischer. Zudem wächst der Druck weiterhin attraktive Investitionsmöglichkeiten zu finden, um fortlaufend hohe Renditen aufzuweisen. Dies wird anhand eines Volumens nicht investierter Mittel von zwei Billionen US-Dollar deutlich.

Transformationen hin zu neuen Anlageformen, wie dieses derzeit z.B. die Debt Funds darstellen, höhere Leverage Grade oder die Auslagerung von Due Diligence Aktivitäten werden wirtschaftlich attraktiver.

Als auf die gesamte Asset Management Branche spezialisiertes Haus, berät und unterstützt itechx seine Kunden seit mehr als 20 Jahren. Dieses betrifft strategische Neuausrichtungen, Produktentwicklungen, Prozessoptimierungen, Ausschreibungen sowie Outsourcing u.v.m.

itechx Aufsatz von Sandra Naumann, Sandra.Naumann@itechx.de